Buchhandlung Lerchenfeld

Unsere Buchhandlung –
mit diesem Buch fing alles an:

Unser erstes verkauftes Buch.
Goethe : „Faust“ (Reclam)

2. Mai 2003 – Eröffnungstag, kurz nach 9 Uhr morgens: der erste Kunde betritt die Buchhandlung. Der Buchhändler hat noch den Besen in der Hand und fragt nach den Wünschen des Mannes. „Haben Sie Faust 1 – als Reclam?“ Nachdem wir die letzten Tage nichts Anderes getan haben, als Bücher einzuschlichten, wussten wir natürlich, dass dieser Klassiker lagernd war.
Somit sollte einem erfolgreichen Eröffnungstag nichts mehr im Wege stehen…

Seit jenem Tag kümmern wir uns um alle möglichen und unmöglich Wünsche unserer KundInnen. Wir bestellen alle lieferbaren deutschsprachigen Bücher binnen kürzester Zeit, auch von kleinen und Kleinstverlagen. Aber auch englische Titel können wir problemlos besorgen. Wem der Sinn nach Musik oder Filmen steht, den können wir ebenfalls mit jeder verfügbaren DVD, CD oder Schallplatte (Vinyl) beglücken. Probieren Sie uns ruhig aus!

Ein Besuch in unserer Buchhandlung kommt einem Kurzurlaub gleich…

Bei uns im Laden können Sie in aller Ruhe schmökern oder sich auch gerne beraten lasse. Unsere Buchhandlung ist trotz ihrer nur 80m² großzügig angelegt, das Sortiment umfasst neben Literatur und Krimis auch viele Kinder- und Jugendbücher, ausgewählte Sachbücher sowie eine riesige Bob -Dylan-Abteilung. Abgerundet wird unser Angebot mit einigen Schmankerl aus der Musik- und Filmwelt. Kommen Sie bald vorbei, sie werden staunen…

Aus der Facebook-Bewertung eines deutschen Buchhändlerkollegen, nach einen Besuch unseres Ladens im Frühjahr 2017:
„Wir haben selbst eine Buchhandlung im Bayerischen Wald. Aber ich muss schon sagen, das Buchprogramm ist sensationell gut bei euch. Hab ich so noch in keinem anderen Laden gesehen…..ich komme aber auf jeden Fall wieder gucken, wenn ich in Wien bin! Absolut: Weiter so!“
(Alexander Frimberger)

Dass wir auch für Kinder ein Paradies sind, wurde uns 2016 von Kiddyspace offiziell bescheinigt.

Bernhard Bastien mit dem Kiddyspace-Gütesiegel.

Im August 2017 durften wir im KulturFreitag des ORF unsere persönlichen Buchtipps abgeben – wir finden, der Beitrag zeigt sehr genau, wie es bei uns zugeht 😉

Bob Dylan

Bob Dylan…

Seit jeher hat Bob Dylan in unserer Buchhandlung seinen Fixplatz. Es sind stets alle lieferbaren deutschprachigen Bücher von und über „His Bobness“ lagernd. An englischsprachige Titel gibt es eine große Auswahl von Klassikern und aktuellen Publikationen. Alle CDs und DVDs sowie ausgesuchtes Vinyl haben wir ebenso vorrätig.

„Wir sind Nobelpreis“:

Die Verleihung des Literaturnobelpreises an Bob Dylan 2016 war sicher einer der Höhepunkte für uns  – sogar in der Presse wurde danach über „Bob Dylans Filiale in der Josefstadt“ berichtet:

"Wir sind Nobelpreis"
Bob Dylans Filiale in der Josefstadt.

Aus einen Facebookposting der Autorin Doris Knecht vom Oktober 2016:
„Am meisten feiert wohl die Buchhandlung Lerchenfeld, oder? Dort zelebriert man ja seit je die Verbindung von Dylan und Literatur. Der stets fix installierte Dylan-Altar übernimmt jetzt wohl das gesamte Schaufenster. Hurra!“

Unsere Wege zu Bob Dylan waren allerdings sehr unterschiedlich:

Wolfang Posautz: „Wo ist Blowing in the Wind“

Wolfis erste Dylan-Platte
Wolfgang Posautz mit „More Bob Dylan Greatest Hits“

In den 70er Jahren gab es in Villach das „Forum“, ein Geschäft in dem man alles bekam: Schmierseife, Winterstiefel, Uhren, Rasierwasser und vor allem auch Schallplatten. Alle paar Monate kauften abwechselnd mein Bruder oder ich mit unserem  Ersparten eine Platte. Welche, wurde im Vorfeld genau besprochen.

Irgendwann wurde  mir der Kauf einer Bob-Dylan-Platte anvertraut. Aus dem Radio kannten wir „Mr. Tambourine Man“ von den Birds, „The Times They Are A-Changin“ von Peter, Paul und Mary und einige Dylan-Songs gesungen von Joan Baez. „Schön eigentlich“ meinte sogar meine Mutter und mein Vater nickte („Englisch halt“). Also ging ich mit ca. 150 Schilling ins Forum, „pass auf, dass „Blowing in the Wind“ drauf ist, rief mein Bruder mir noch nach.

Wir kauften gerne eine „Best of“- Platte, weil dadurch garantiert sein sollte, dass auch die besten Nummern vom jeweils Auserwählten drauf waren. Unter Dylan fand ich sogar „More Bob Dylan Greatest Hits“. Gewonnen, dachte ich, allerdings kannte ich auf allen 4 Seiten (unsere 1. Doppel-LP) kein einziges Lied. Aber es war die einzige verfügbare Dylan-Platte, und so kaufte ich sie. „Der kann ja nicht singen“ sagte meine Mutter, „bist du sicher, dass der berühmt ist“ und mein Vater und mein Bruder waren angefressen, weil kein „Blowing in the Wind“ drauf war.

Ich aber war von dieser unkonventionellen, schnoddrigen Stimme sofort begeistert. Anders als alle Anderen. Textinterpretationen waren mir damals noch egal (und sind es teilweise heute noch). “Crying like a Fire in the Sun“ genügte mir. Mehr geht nicht.

Bernhard Bastien: „Wie fühlst di dabei?“

Bernis erste "Dylan"-Platte
Bernhard Bastien mit „Wie im Schlaf – Lieder von Bob Dylan gesungen von W. Ambros“

Wien in den tiefsten 80er Jahren. Wolfgang Ambros sang in der Wiener Stadthalle „Allan wie a Stan“ und ich grölte beseelt mit: „Wie fühlst di dabei?“. Dass es sich hierbei um eine eingewienerte Nummer von Bob Dylan handelte, war dem damals 14jährigen Bernhard nicht wirklich bewusst.
Erst später, als ich mir bei der „Schallplatten-Brigitte“ auf der Laxenburger Straße (neben „GIG-Records“ der wichtigste Plattenladen meiner Jugend) “Wie im Schlaf – Lieder von Bob Dylan gesungen von W. Ambros“ zulegte, klingelte es bei mir.

In den 90ern war dann „Desire“ von Bob Dylan meine meistgehörte Platte, sie befand sich im Plattenständer meiner zukünftigen Frau, mit der ich gerade zusammengezogen war und „Hurricane“ wurde zu soetwas wie „unserem Lied“.

Dennoch sollte es noch bis 1999 dauern, dass ich vom Dylan-Virus befallen wurde. Ein Freund lud mich zu meinem ersten Bob-Dylan-Konzert ein: Wiener Stadthalle, 2. Reihe Mitte.
Licht aus – Auftritt Bob Dylan – ERLEUCHTUNG!

Das wars, ab diesem Zeitpunkt war ich unheilbar.

 

Lesezirkel

Die nächsten Bücher im Lesezirkel:

Die Geschichte des Lesezirkels:

Begonnen hat es mit Yasmina Khadras  „Wovon die Wölfe träumen“, unserem ersten Lesezirkel-Buch im September 2003. Über unserem damals noch sehr kleinen E-Mail-Adressenverteiler haben wir Leute eingeladen, mit uns über eine gerade aktuelle Neuerscheinung  auf dem Buchmarkt zu reden. Seitdem treffen wir uns jeden 4. Donnerstag im Monat und sind inzwischen beim 170. Titel („Underground Railroad“, Stand Oktober 2017) angelangt.

Zwischen zehn und fünfzehn „Zirkler und  Zirklerinnen“ sind es durchschnittlich immer. Einige kommen schon seit  Jahren, einige verschwinden wieder, manche kommen neu hinzu und andere tauchen wieder auf, ob wegen des guten Weines,  der Literatur oder einfach wegen der Geselligkeit, bleibt dahingestellt. Die Freude und  das Bedürfnis über Bücher zu reden, die  jeder gelesen hat, ist wohl das wichtigste Motiv, warum sich diese konstante Regelmäßigkeit etabliert hat. Aber auch um andere Meinungen zu hören,  andere Sichtweisen zu erkennen und darüber zu diskutieren. Voraussetzung um teilzunehmen,  ist, das ausgewählte Buch gelesen zu haben. Komparatistische Analysen, philosophische Perspektiven oder lyrische Ergänzungen werden nicht erwartet, dürfen aber durchaus eingebracht werden. Man kann auch nur zuhören, aber irgendwann möchte sogar der schüchternste Lesezirkeldebüdant seine Meinung loswerden.

Am Schluss  jedes Lesezirkels kommt es immer zur Wahl  jenes Buches, worüber wir  zwei Monate später sprechen werden. Jeder darf Vorschläge einbringen. Zur Abstimmung zugelassen sind  belletristische Neuerscheinungen. Abgestimmt wird durch Handheben, die einfache Mehrheit entscheidet.

Zweimal im Jahr (Mai und November) gibt es einen Klassikerzirkel, bei dem wir als Thema ein Buch aus der „Weltliteratur“ nehmen. Auf unserer „abgehakten“  Liste finden sich Titel wie „Die Brüder Karamasow“, „Hundert Jahre Einsamkeit“, “Ansichten eines Clowns“ oder „Alte Meister“. Beim nächsten Klassiker gibt’s dann „Robinson Crusoe“ (November 2017).

Fast 15 Jahre Lesezirkel sind auch jahrelange Freundschaft, Meinungsaustauch abseits von Literatur, Tratsch und  Kekse von Gerda beim jährlich letzten Zirkel vor Weihnachten.